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Pressemitteilung zum SchuldnerAtlas 2007 für Mecklenburg-Vorpommern

Schuldnerquote in Mecklenburg-Vorpommern leicht rückläufig

Rostock, 27.11.2007

Die Überschuldung von Privatpersonen in Mecklenburg Vorpommern ist 2007 – anders als in Deutschland insgesamt - leicht zurückgegangen. Das zeigen die Ergebnisse des SchuldnerAtlas 2007, dessen Ergebnisse jetzt auch für sämtliche Kreise und kreisfreien Städte und die entsprechenden Postleitzahlgebiete vorliegen.

So lag die Schuldnerquote  - also die Zahl der überschuldeten erwachsenen Einwohner gemessen an der Gesamtbevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern - zum Stichtag 01. Oktober 2007 bei 12,18 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 0,13 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland insgesamt liegt die Schuldnerquote bei 10,85 Prozent, legte allerdings im Jahresverlauf um 0,17 Prozent zu.

Bundesländer: Mecklenburg Vorpommern auf Platz zehn

Im Ranking der Bundesländer belegt Mecklenburg-Vorpommern den zehnten Platz und verbesserte sich damit im Jahresverlauf um einen Platz. Das Bundesland mit der niedrigsten Schuldnerquote ist weiterhin Bayern (7,79 Prozent; Vorjahr 7,70 Prozent), gefolgt von Baden-Württemberg (8,14 Prozent; Vorjahr 8,06 Prozent) und Sachsen (10,01 Prozent; Vorjahr 9,76 Prozent).

Die höchste Schuldnerquote hat Bremen (15,50 Prozent; Vorjahr 15,26). Auf den Plätzen davor liegen Berlin (15,25 Prozent; Vorjahr 15,20 Prozent) und Sachsen-Anhalt (13,73 Prozent; Vorjahr 13,43 Prozent).

Mecklenburg-Strelitz mit den besten Aussichten

Die meisten Überschuldeten leben in Schwerin: 15,37 Prozent der erwachsenen  Einwohner dort gelten als überschuldet. Im vergangenen Jahr allerdings waren es noch 15,49 Prozent. Davor rangieren die beiden Städte Rostock (14,33 Prozent Schuldnerquote; Vorjahr: 14,22 Prozent) und Wismar (Schuldnerquote 2007: 13,34; 2006: 13,12 Prozent).

Spitzenreiter ist der Landkreis Mecklenburg-Strelitz: Hier liegt die Schuldnerquote bei unterdurchschnittlichen 10,29 Prozent und verbesserte sich im Jahresverlauf um 0,2 Prozentpunkte. Es folgen die Landkreise Bad Doberan (2007: 10,59 Prozent; Vorjahr: 10,66 Prozent) und Ostvorpommern (2007: 10,79 Prozent).

Deutschlandweit zeigt die Analyse der Verschuldungssituation auf Basis der 439 Kreise und kreisfreien Städte ein sehr differenziertes Bild. Die Spannweite reicht von der niedrigsten gemessenen Schuldnerquote im bayerischen Landkreis Eichstätt (4,3 Prozent) bis hin zur höchsten gemessenen Schuldnerquote in der Stadt Offenbach am Main (20,9 Prozent). Insgesamt bleiben Großstädte ein Brennpunkt bei der Überschuldungsproblematik.

Der SchuldnerAtlas zeigt, wie sich die Überschuldung privater Verbraucher innerhalb Deutschland kleinräumig verteilt. Überschuldung liegt vor, wenn ein Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm weder Vermögen noch andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Oder kurz: Die zu leistenden monatlichen Gesamtausgaben übersteigen die Einnahmen.

Der Blick auf die PLZ-Ebene zeigt große Unterschiede

Ein Blick auf die einzelnen Postleitzahlen-Gebiete innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern erlaubt eine noch kleinräumigere Differenzierung der Schuldnersituation. So reicht das Spektrum der Schuldnerquoten in Schwerin von 7,28 Prozent (PLZ 19059) bis hin zu 20,13 Prozent (PLZ 19063). In Rostock von 7,07 Prozent (PLZ: 18059) bis hin zu 22,68 Prozent (PLZ: 18147).

Im Bereich Neubrandenburg hingegen sind die Unterschiede nicht so gravierend: Die PLZ mit der geringsten Schuldnerdichte ist die 17039 (8,05 Prozent;), die mit der höchsten ist die 17036 (Neubrandenburg; 13,84 Prozent).

Überschuldung immer jünger

Die deutschlandweite Analyse der Verschuldungsentwicklung zeigt einen besorgniserregenden Trend: Die Überschuldungsbetroffenheit bei den Jüngeren steigt stark an. Mittlerweile sind mehr als ein Prozent aller unter 20-Jährigen überschuldet. Die Schuldnerquote bei den 20- bis 29-Jährigen liegt 2007 bereits bei 8,6 Prozent. Innerhalb von nur drei Jahren ist dieser Prozentsatz um 1,1 Punkte angestiegen.

Ältere Personen, insbesondere die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen, verzeichnen im gleichen Zeitraum einen Rückgang der Schuldnerquote. Junge Erwachsene sind von einer anhaltenden Zahlungsunfähigkeit im sozialen Umfeld stark betroffen. Diese negativen Erfahrungen, verbunden mit einer mangelnden Teilhabe an Bildungsangeboten, werden generationsübergreifend weitergegeben.

Überschuldung ist weiterhin Männersache

Die Analyse nach Überschuldung und Geschlechtszugehörigkeit zeigt erneut, dass Überschuldung überwiegend Männer betrifft: Rund zwei Drittel aller Schuldner sind Männer (66 Prozent). Der Grund: In vielen Familien fungiert der Mann immer noch als Haushaltsvorstand und muss im Falle der Überschuldung für Verbindlichkeiten aufkommen bzw. bei Überschuldung als formal Verantwortlicher auftreten.

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