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Wirtschaftskrise belastet Zahlungsmoral stark

Mecklenburg-Vorpommern behauptet im 2. Quartal 2009 Spitzenplatz im Osten

Rostock, 31.08.2009

Der Nordosten Deutschlands hat seinen guten Platz im Bundesland-Ranking des Zahlungsverhaltens behauptet. Im zweiten Quartal 2009 müssten sich die Gläubiger säumiger Schuldner allerdings schon 13,86 Tage gedulden, bis die Rechnung beglichen wurde. Im Vorquartal ließen die Unternehmen Mecklenburg-Vorpommerns das vereinbarte Zahlungsziel nur um 12,48 Tage verstreichen. Innerhalb der ostdeutschen Länder weisen die Unternehmen Mecklenburg-Vorpommerns die beste Zahlungsmoral auf.

Bundesland

Zahlungsverzug
in Tagen

Veränderung zum Vorquartal
in Tagen

 

Schleswig-Holstein

12,78

+ 1,98

Bayern

12,87

+ 0,56

Hansestadt Hamburg

13,14

+ 1,46

Hansestadt Bremen

13,67

+ 1,64

Mecklenburg-Vorpommern

13,86

+ 1,38

Sachsen

14,13

+ 0,86

Baden-Württemberg

14,55

+ 0,51

Nordrhein-Westfalen

14,56

+ 0,68

Thüringen

14,61

+ 0,53

Niedersachsen

14,72

+ 1,58

Sachsen-Anhalt

14,74

+ 0,40

Hessen

15,13

+ 1,27

Saarland

15,37

+ 0,58

Brandenburg

15,63

+ 1,23

Rheinland-Pfalz

16,12

+ 1,50

Berlin

16,41

+ 2,61



Zahlungsverzögerungen bei Transportunternehmen nehmen sprunghaft zu

Die Unternehmen der Transport- und Logistikwirtschaft wiesen im zweiten Quartal 2009 das schlechteste Zahlungsverhalten aller untersuchten Branchen auf. Nach einer Zunahme der Zahlungsverzögerungen um 2,6 Tage warten die Gläubiger mittlerweile 17,8 Tage auf ihr Geld. Am schnellsten kommen konsumnahe Dienstleister wie das Hotel- und Gastgewerbe ihren Zahlungsverpflichtungen nach. Der durchschnittliche Zahlungsverzug liegt hier nur bei 7,5 Tagen.

In beinahe allen Wirtschaftszweigen lassen sich merkliche Verschlechterungen in der Zahlungsweise erkennen. Die Logistikbranche sticht mit plus 2,6 Tagen heraus. In der Chemiebranche (plus 1,3 Tage) und den beiden Dienstleistungssektoren (plus 1,4 bzw. plus 1,5 Tage) erhöhte sich der Zahlungsverzug ebenfalls deutlich. Kaum verschlechtert hat sich die Zahlungsmoral der Konsumgüterindustrie. Ähnlich wie im Vorquartal dauert es etwa elf Tage, bis eine bereits überfällige Rechnung an die Lieferanten bezahlt wird.


Grafik Zahlungsverhalten 2. Quartal 09
Zahlungsverhalten im 2. Quartal 2009: Klicken Sie, um die Grafik zu vergrößern

Liquiditäts- und Forderungsmanagement minimiert Zahlungsausfälle

Die schwere Rezession belastet die Zahlungsfähigkeit der Kunden. Daher ist Risikobewusstsein ist das Gebot der Stunde im Mittelstand Mecklenburg-Vorpommerns. Nur so können drohende Liquiditätsengpässe vermieden und die eigene finanzielle Stabilität gesichert werden. Die zunehmenden Zahlungsverzögerungen und Forderungsverluste sprechen eine deutliche Sprache. Bonitätsurteile und Inkasso-Dienstleistungen bis hin zum Factoring werden immer dringlicher: sei es, um die Kreditwürdigkeit potenzieller Geschäftspartner zu bestimmen oder um Außenstände aus offenen Forderungen zu realisieren.

Erläuterungen:

Grundlage für die Berechnung des Zahlungsverhaltens ist der Zahlungserfahrungspool ZaC von Creditreform, in dem inzwischen zirka 80 Millionen branchenübergreifende Zahlungserfahrungen über deutsche Unternehmen vorliegen (siehe "Verwandte Themen" rechts). Die Überfälligkeit eines im ZaC-Pool gespeicherten Rechnungsbelegs wird in Tagen dargestellt und ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem vereinbarten Zahlungsziel und dem tatsächlichen Zahlungseingang.



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