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Konjunkturerholung lässt Wirtschaft in M-V aufatmen
Konjunkturerholung lässt Wirtschaft in M-V aufatmen
Neubrandenburg, Rostock, Schwerin, 06.07.2010
Die Insolvenzwelle in Mecklenburg-Vorpommern ebbt ab. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stagniert oder geht bereits zurück. In allen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns wurde ein Rückgang der Unternehmensinsolvenzen festgestellt – am stärksten in der Region Schwerin mit minus 24,5 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2009. Damit befreit sich der Nordosten Deutschlands schneller aus der Wirtschaftskrise als andere Regionen. Die Konjunktur fasst wieder Tritt und die Firmen schauen zuversichtlicher nach vorn.
Ausfallgefährdet ist in M-V aber nach wie vor die Baubranche. 21,2 Prozent aller Insolvenzfälle im ersten Halbjahr 2010 betrafen eine Firma aus dem Bausektor. Damit sind Bauunternehmen am Insolvenzgeschehen deutlich überrepräsentiert, denn insgesamt sind in M-V nur 13,3 Prozent der Unternehmen im Baubereich tätig.
Kräftiger Anstieg der Verbraucherinsolvenzen
Die Zahl der Privatinsolvenzen nimmt dagegen im gesamten Land Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend zu. Mit einem Anstieg von 77,0 Prozent innerhalb eines Jahres gab es den größten Zuwachs in der Region Schwerin. Allein hier mussten 216 Privatpersonen im zweiten Quartal 2010 den Gang zum Insolvenzgericht antreten (Vorjahresquartal: 122). Ein Plus von 14,7 Prozent seit dem Vorjahr verzeichnet die Region Neubrandenburg. Zwischen April und Juni 2010 wurden hier 250 Fälle registriert. In der Region Rostock gab es gegenüber dem Vorjahresquartal einen Anstieg von 146 auf 177 Fälle (plus 21,2 Prozent).
Zu befürchten ist, dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in der zweiten Jahreshälfte noch deutlicher werden und die Zahl der Verbraucherinsolvenzen weiter steigen wird.
Wieder mehr Gründungen in Mecklenburg-Vorpommern
Der Abwärtstrend bei den Unternehmensgründungen in M-V ist gestoppt. Nachdem die Wirtschaftskrise das Gründungsgeschehen in der Region deutlich gebremst hat, wagen mit dem beginnenden Konjunkturaufschwung wieder mehr Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit. Allein zwischen April und Juni 2010 wurden landesweit 933 Firmen neu in die Register eingetragen. Die meisten davon (422) in der Region Rostock. Gegenüber dem Vorquartal ist damit ein Anstieg der Gründungszahlen festzustellen. In den Regionen Neubrandenburg und Rostock war es bereits der zweite Anstieg in Folge. Mit einer weiteren Entspannung bei den Finanzierungsbedingungen und festeren Wachstumsraten dürfte die Gründungsneigung im Land weiter steigen.
Der Bonität der Unternehmen in der Region Rostock wird mit einem Durchschnittswert von 324,0 Punkten schlechter beurteilt als der Landesdurchschnitt in Mecklenburg-Vorpommern, der bei 318,2 Punkten liegt. Die beste Zahlungsfähigkeit wird derzeit den Unternehmen in der Region Neubrandenburg beschieden. Der durchschnittliche Bonitätsindex liegt hier bei 311,3 Punkten.
Tabelle 1: Unternehmensinsolvenzen in den Regionen
|
HRO
|
SN |
NBG |
3.Quartal 08 |
77 |
91 |
45 |
4.Quartal 08 |
89 |
74 |
42 |
1.Quartal 09 |
87 |
75 |
69 |
2.Quartal 09 |
102 |
84 |
58 |
3.Quartal 09 |
37 |
32 |
29 |
4. Quartal 09 |
69 |
42 |
66 |
1. Quartal 10 |
95 |
62 |
55 |
2. Quartal 10 |
84 |
58 |
54 |
Tabelle 2: Privatinsolvenzen in den Regionen
|
HRO |
SN |
NBG |
3.Quartal 08 |
208 |
123 |
164 |
4.Quartal 08 |
164 |
133 |
162 |
1.Quartal 09 |
176 |
120 |
200 |
2.Quartal 09 |
146 |
122 |
218 |
3.Quartal 09 |
182 |
152 |
224 |
4. Quartal 09 |
167 |
155 |
177 |
1. Quartal 10 |
172 |
152 |
213 |
2. Quartal 10 |
177 |
216 |
250 |
Tabelle 3: Unternehmensgründungen in den Regionen
|
HRO |
SN |
NBG |
3.Quartal 08 |
502 |
390 |
266 |
4.Quartal 08 |
462 |
315 |
253 |
1.Quartal 09 |
512 |
324 |
319 |
2.Quartal 09 |
433 |
287 |
230 |
3.Quartal 09 |
379 |
269 |
205 |
4. Quartal 09 |
360 |
258 |
201 |
1. Quartal 10 |
383 |
242 |
247 |
2. Quartal 10 |
422 |
254 |
257 |
Tabelle 4: Durchschnittlicher Bonitätsindex in den Regionen
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HRO |
SN |
NBG |
MV Schnitt |
3.Quartal 08 |
325,9 |
312,0 |
316,4 |
319,1 |
4.Quartal 08 |
325,4 |
311,1 |
316,0 |
318,7 |
1.Quartal 09 |
324,9 |
310,6 |
315,2 |
317,9 |
2.Quartal 09 |
324,8 |
309,2 |
314,7 |
317,4 |
3.Quartal 09 |
326,1 |
313,0 |
312,2 |
318,8 |
4. Quartal 09 |
323,2 |
311,1 |
309,9 |
316,4 |
1. Quartal 10 |
327,8 |
317,6 |
317,5 |
322,2 |
2. Quartal 10 |
324,0 |
314,5 |
311,3 |
318,2 |
* Der Creditreform Bonitätsindex ist Bestandteil der Creditreform Wirtschaftsauskunft und setzt sich aus einer Vielzahl von Informationen zusammen, welche die Bonität eines Unternehmens beschreiben. Je höher der Wert des Bonitätsindexes, desto höher ist das Ausfallrisiko des Kunden. Das Bonitätsspektrum reicht von 100, einer sehr guten Bonität, bis 600 – in diesem Fall liegen harte Negativmerkmale vor.
Für die Studie "Firmeninsolvenzen, Neugründungen, Verbraucherinsolvenzen" werden nur wirtschaftlich aktive Firmen untersucht. Die Regionen beziehen sich auf die IHK-Standorte Rostock, Schwerin und Neubrandenburg (in Neubrandenburg kommen noch die Teile Brandenburg Prenzlau, Templin und Lychen dazu)
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