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Startseite News & Termine Creditreform News Regionale Nachrichten Andere Länder, andere Sitten: Ostern bei unseren Nachbarn

Andere Länder, andere Sitten:
Ostern bei unseren Nachbarn

Mecklenburg-Vorpommern, 25.03.2010

In allen christlichen Ländern feiern die Menschen an Ostern die Auferstehung von Jesus Christus – das wichtigste Fest der Christen. Und überall gibt es unterschiedliche Osterbräuche:

Österreich

In Österreich wird am Gründonnerstag vermehrt Grünes (z. B. Spinat) gegessen. An diesem Tag gelegte Eier gelten als glücksbringend und unheilabwehrend. Karfreitag wird vielfach als Fasttag gehalten. Besonders wichtig für die Kinder ist Palmsonntag. Indem sie mit Bändern, Brezeln und Äpfeln geschmückte Palmstangen zur Kirche tragen, bitten sie für gutes Wachstum. In der Nacht zum Ostersonntag findet die kirchliche Auferstehungsfeier statt. Häufig wird das Osterlicht nach Hause getragen. Am Ostersonntag werden in der Kirche Speisen geweiht.

Schweiz

Ostern wird in der Schweiz vor allem mit Eiern und Schokoladehasen in Verbindung gebracht. Der eigentliche Ursprung dieses Festes rückt immer mehr in den Hintergrund. Der Ostersonntag beginnt vielerorts mit dem Suchen von Ostereiern, die in der Nacht auf wundersame Weise von Osterhasen versteckt worden sind.

In Bern kommen Jung und Alt am Ostersonntag auf dem Kornhausplatz in der Altstadt zum "Eiertütscha" zusammen. In dem Wettstreit werden die Ostereier aneinander geschlagen – das standhafteste gewinnt.

Die alte Zürcher Tradition des 'Zwänzgerle' erfordert etwas Geschick. Der Brauch dient dazu, das Taschengeld der Kinder etwas aufzubessern. Die Spielregeln sind einfach: die Kinder strecken ihre Ostereier den Erwachsenen hin und diese müssen versuchen, ein Zwanzigrappenstück so auf das Ei zu werfen, dass dieses stecken bleibt. Prallt die Münze ab, gehören Ei und Geldstück dem Kind, bleibt das 'Zwänzgerli' stecken, bekommt der Werfer oder die Werferin Ei und Geld.

Luxemburg

Hier ziehen die Kinder am Karfreitag mit Schlehdornsträußchen, die mit bunten Bändern und Papierblumen geschmückt sind, singend und klappernd durch die Straßen. Am Abend werden die Sträußchen traditionell verbrannt.

Frankreich

Wie in allen überwiegend christlichen Ländern ist auch in Frankreich Ostern (frz. „Pâques“) von großer Bedeutung. Die wichtigsten französischen Osterbräuche sind mit denen in Deutschland nahezu identisch: das Osterlamm, das Eierverstecken, ruhige Feiertage und bestimmte Mahlzeiten (Fisch am Karfreitag).

Die Kirchenglocken spielen beim Osterfest in Frankreich eine zentrale Rolle. Von Gründonnerstag bis Karsamstag schweigen im ganzen Land die Glocken, um den Tod Jesu zu betrauern. Man erzählt, dass das Glockenläuten nach Rom geht, um den Papst zu besuchen. Bei seiner Rückkehr bringt es dann die Ostereier mit. Erst am Ostersonntag läuten die Glocken wieder aus Freude über die Auferstehung Christi, und die Franzosen umarmen und küssen sich.

Spanien

In Spanien beginnt der Ostersonntag mit einer Ostermesse. Dabei tragen die Jungen einfache Palmwedel und die Mädchen geschmückte Palmwedel. Die Palmwedelträger werden dann vom Priester gesegnet.

Im gesamten Land gibt es Osterprozessionen, die bekannteste – die Semana Santa – findet in Sevilla statt. Vermummt mit spitzen Kapuzen, die an Szenen der Inquisition oder Treffen des Ku-Klux-Klans erinnern, winden sich die Prozessionen hinter aufwändig geschmückten Jesus- und Heiligenfiguren von den äußeren Stadtvierteln bis ins Zentrum. Manche Teilnehmer tragen eiserne Ketten und geißeln sich.

Vor der Kirche in Palma de Mallorca wird am Ostersonntag die Passionsgeschichte nachgespielt. Am Gründonnerstag findet in Verges (Gerona) eine besonders makabre Osterfeier statt: Dort tanzen Männer als Skelette verkleidet.

Italien

Im katholischen Italien ist Ostern eines der wichtigsten Feste und wird alljährlich gebührend gefeiert. In vielen Dörfern gibt es Inszenierungen des Leidenswegs Christi ("Via Crucis") und stimmungsvolle Oster-Prozessionen. Oft wird das Kirchenkreuz durch die Straßen und Gassen der Orte und Städte getragen. Die Einwohner schreiten schweigsam und in schwarz gekleidet hinterher.

Die Italiener essen zu Ostern traditionell die "Colomba Pasquale", die Ostertaube – ein salziger Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat aus leichtem Hefeteig, ähnlich einem Gugelhupf. Die Auferstehung wird am zweiten Osterfeiertag bei einem Ausflug ("Pasquetta") mit Freunden oder der Familie gefeiert.

In Rom feiern die Katholiken mit dem Papst die Osternacht im Petersdom. Die Ostermesse findet mit Zehntausenden Menschen am Ostersonntag auf dem Petersplatz statt.

Großbritannien

In England werden zu Ostern Weidenkätzchenzweige gesammel,t und die Menschen tätscheln sich damit gegenseitig. Das soll Glück für das nächste Jahr bringen.

Im Örtchen Olney gibt es zu Ostern einen besonderen Brauch. Am Gründonnerstag, dem "Pancake Thursday", findet seit 500 Jahren ein Pfannkuchenrennen statt.

In Wales findet am Palmsonntag traditionell das "Gymansa Ganu" statt. Zu diesem Gesangswettstreit treffen sich Kirchenchöre aus ganz Wales, geladene Gastdirigenten leiten die Chöre.

Irland

Während Karfreitag in Irland ein sehr ruhiger Tag ist, an dem viele Menschen bis Mittag nichts essen und früher nur barfuss außer Haus gingen, geht es am Rest der Feiertage fröhlich bis skurril zu. Zum einen gibt es traditionelle Tanzwettbewerbe auf den Straßen (der Sieger erhält einen Kuchen), zum anderen finden am Ostersonntag symbolische Heringsbegräbnisse statt – als Zeichen dafür, dass die strenge Fastenzeit, in der Heringe eine Hauptmahlzeit sind, nun zu Ende ist.

Finnland

Den Engländern ähnlich schlagen die Finnen am Palmsonntag Freunden oder Bekannten leicht mit einer Birkenrute ("Virpovitsa") auf den Rücken. Das soll Glück bringen und erinnert an die Palmwedel, mit denen Jesus bei seinem Einzug nach Jerusalem begrüßt wurde. Am Ostersonntag ziehen die Kinder laut schreiend und lärmend durch die Straßen und verscheuchen damit den Winter.

Schweden

Die Farbe der Osterfeiertage in Schweden ist gelb. Deshalb bringt auch nicht der Osterhase, sondern das Osterküken die Eier. Ihre Wohnungen schmücken die Schweden mit Birkenzweigen und knallig-bunten Federbüscheln. Ansonsten begehen sie die Feiertage sehr ruhig und besinnlich.

Griechenland

Das griechisch-orthodoxe Osterfest wird meist eine Woche nach unserer Feier begangen. Für griechische Ostern benötigt man Ausdauer. Während der gesamten Osterwoche werden in allen Kirchen Messen zelebriert, die mehrere Stunden dauern. Am Gründonnerstag findet eine der längsten Messen der orthodoxen Kirche statt (fast 4 Stunden!). Am Karfreitag wird auf alles verzichtet, was mit Genuss und Vergnügen zu tun hat.

Am Samstag um Mitternacht verkünden die Priester die Auferstehung Christi. Dazu wird ein großes Feuerwerk gezündet. Am Ostersonntag wird gefeiert – mit Lammfleisch am Spieß und Rotwein. Die Ostereier bemalt man rot, bewahrt sie bis Samstagabend auf, bevor sie gegessen werden.

Ungarn

Eine ungarische Eigenart zu Ostern ist das "Begießen" (ung.: "locsolás") der Frauen und Mädchen am Ostermontag. Die Männer besuchen die Frauen aus der Familie und dem Freundeskreis und besprengen sie mit Parfüm oder Wasser. Dafür werden sie mit Ostereiern, Kuchen und Alkohol bewirtet.

Polen

Neben zahlreichen Gottesdiensten wird am Ostersamstag ein Korb mit bemalten Eiern, Brot, Kuchen, Salz, Papier und weißen Würsten gefüllt, am Ostersonntag feierlich in die Kirche gebracht und gesegnet. Die strenge Religiosität hat am Ostermontag, zumindest für viele Kinder, ein Ende. "Smyngus-Dyngus" heißt der Brauch, bei dem man sich gegenseitig mit Wasser bespritzt. Er soll an die Taufe des Prinzen Mieszko I. im Jahre 966 erinnern, der den Polen das Christentum brachte.

Bulgarien

Bei den christlich-orthodoxen Bulgaren lässt man die Eier nach der Messe an Kirchenmauern genussvoll zerplatzen oder bewirft den Rest der Familie mit ihnen, anstatt sie zu verstecken. Derjenige, dessen Ei nicht zerbricht, soll das erfolgreichste Familienmitglied des kommenden Jahres sein. Die etwas harmlosere Variante wird am Ostersonntag zelebriert: Im ganzen Land werden rot gefärbte Eier leicht gegeneinander gestoßen. Auch hier gilt: Wessen Ei nicht zerbricht, der gewinnt – in diesem Fall ist ihm ganzjährige Gesundheit beschieden.

Rumänien

In Rumänien werden zu Ostern die Häuser geputzt, die Menschen baden legen neue Kleider an. Dann trifft sich alles in der Nacht mit entzündeten Kerzen in der Kirche. Überall auf den Hügeln und den Feldern werden Osterfeuer entzündet. Nach der Ostermesse strömen die Menschen mit ihren entzündeten Kerzen in die Nacht hinaus.

Russland

Im orthodoxen Russland ist Ostern der höchste religiöse Feiertag. Der Ostergottesdienst beginnt mit der Kreuzesprozession, bei der die Gemeinde mit Kreuzen und Kerzen um die Kirche zieht. In der Osternacht fährt die Moskauer Metro länger als üblich, damit die Gläubigen nach der stundenlangen Mitternachtsmesse nach Hause kommen können. Auf die strenge vorösterliche Fastenzeit folgt in Russland das Fastenbrechen mit Pascha, einer gehaltvollen Quarkspeise, und dem Kuchen Kulitsch. 

 
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