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20 Jahre Creditreform MV

Gründung und Entstehung der Vereine Creditreform in Deutschland

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in Europa stand ganz im Zeichen der Industrialisierung. Dampfschiffe, Eisenbahnen und der Telegraf erleichterten die Kommunikation über große Entfernungen. So konnten Handel und Geldverkehr stark expandieren und sich gegenseitig fördern. Aber diese Entwicklung warf auch neue Probleme auf: Durch das Auseinanderziehen der Märkte und die Entwicklung des Fernhandels lösten sich die persönlichen Verbindungen zwischen Produzenten, Händlern und Konsumenten immer mehr auf. Diese führte beinahe zwangsläufig zur Aufgabe des uralten kaufmännischen Grundsatzes "Ware gegen Geld" und zur Einführung des so genannten Lieferantenkredites.

Ursprüngliche Intention der Gründerväter der Organisation Creditreform war die Abschaffung dieses Lieferantenkredites und die Beibehaltung der Barzahlung. Schnell jedoch musste man Einsehen, dass die Zukunft auch in diesem Bereich nicht aufzuhalten war. So beschloss man, den Lieferantenkredit wenigstens so sicher wie möglich zu machen und schrieb sich ab diesem Zeitpunkt den Schutz der Mitglieder vor Forderungsverlusten auf die Fahnen. Dieser Vereinszweck hat bis heute seine Gültigkeit und mehr noch, seine Aktualität, nicht verloren.

1860

Die erste kommerzielle Auskunftserteilung in Deutschland erfolgt cirka 1860 durch den Stettiner Makler und Inhaber der Wolffschen Telegraphenagentur, S. Salomon, unter der Firmierung "Erkundigungsbureau zur Wahrung kaufmännischer Interessen für Stettin und die Provinz Pommern".

1879

Am 9. März 1879 wird unsere Vorläuferorganisation von 25 hauptsächlich kleineren Gewerbetreibenden unter der Bezeichnung "Verein Barzahlung Mainz" gegründet. Bereits nach fünf Monaten wird der Vereinsname geändert in "Verein Creditreform gegen schädliches Creditgeben".

1883

Der Verband der Vereine Creditreform wird am 7. Januar 1883 von 16 bestehenden Vereinen in Mainz gegründet. Der Sitz wird kurze Zeit später nach Leipzig verlegt. Der Verband befasst sich für die Mitglieder mit der Herausgabe der "Vertraulichen Liste", welche die Namen säumiger Zahler enthält.

1885

Gründung der "Verbandszeitung für die Vereine Creditreform", um die Mitglieder und Creditreform Vereine auf dem Laufenden zu halten. Die Startauflage liegt bei 20.000 Exemplaren.

 

Ab 1885 erfolgen gleichzeitig erste Vereinsgründungen in der Schweiz, Belgien, Österreich, Großbritannien, Dänemark und Italien. Im Dezember 1911 werden diese Auskunfteien vom Verband übernommen.

1889

Gründung der Creditreform Österreich.

1894

Auszeichnung mit einer silbernen Medaille bei der Antwerpener Weltausstellung und somit öffentliche Anerkennung des neuen Geschäftsmodells.

1905

Creditreform eröffnet die erste Filiale in Mecklenburg-Vorpommern.

1914

In Deutschland gibt es bereits 269 Vereine, in denen sich 82.666 Mitgliedsfirmen zusammengeschlossen haben.

1919

Die Gewerbesteuer wird erhöht und eine Umsatzsteuer eingeführt (0,5 Prozent). Creditreform muss die Preise für Wirtschaftsauskünfte anpassen und erhöht sie von 1,50 auf 3 Mark.

1923

Die Inflation erschwert eine klare Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Unternehmen und sprengt jeden Preisrahmen. Allein 1923 kostet ein Anfragezettelheft für zehn Kreditauskünfte bereits 24.400 Mark, am 30. Oktober des selben Jahres sind dafür sogar 36 Milliarden Mark zu zahlen.

1934

Auch telefonische Auskünfte an Mitglieder werden zugelassen.

 

Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges verzeichnet Creditreform 336 Vereine, die nach Kriegsende auf 240 zusammenschmelzen.

1946

Das Büro des Verbandes der Vereine Creditreform muss seine Tätigkeit in Leipzig beenden. Er findet in Neuss ein neues Domizil.

1947

Auf Befehl der sowjetischen Militäradministration werden alle Vereine Creditreform sowie ihre Filialgeschäftsstellen in der Besatzungszone geschlossen. 59 Vereine Creditreform sind von dieser Maßnahme betroffen.

1948

550 Mitarbeiter betreuen rund  26.000 Mitglieder.

1950

Im Februar erscheint auch wieder die Zeitschrift "Creditreform", deren Redaktion und Anzeigenleitung 1970 zum Düsseldorfer Verlag Handelsblatt GmbH wechselt.

1978

1.900 Mitarbeiter betreuen rund 72.000 Mitglieder.

1979

Die gesamte Organisation wird auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt.

1984

Alle 107 Geschäftsstellen können online auf die Datenbank des  Zentralrechners in Neuss zugreifen.

1985

Der "Bonitätsindex" wird eingeführt, dargestellt als Zahl zwischen 100 und 600 (wie beim  Zeugnis von 1 bis 6).

1990

In Chemnitz, Cottbus, Berlin-Ost, Dresden, Erfurt, Gera, Halle, Leipzig, Magdeburg, Suhl und Rostock beginnt der Aufbau von Geschäftsstellen. Bis zum Jahresende erteilt Creditreform bereits 150.000 Auskünfte über ostdeutsche Unternehmen.

 

Die 1984 eingerichtete Online-Wirtschaftsauskunft gewinnt immer mehr an Bedeutung:

  • 1990 wurden 21 Prozent aller Wirtschaftsauskünfte online übermittelt,
  • 1992 bereits rund 30 Prozent,
  • 1995 waren 50 Prozent erreicht,
  • heute liegt die Quote über 90 Prozent.
1997 

Neben den Bonitätsauskünften über Unternehmen werden in den Neunzigerjahren auch die Auskünfte über Konsumenten immer wichtiger. Creditreform gründete das Tochterunternehmen "Creditreform Experian GmbH", heute "CEG Creditreform Consumer GmbH".

2002

Creditreform gründet als Dachverband für alle unternehmerischen Aktivitäten die Creditreform AG.

2009 

Die Creditreform Rating AG wird als erste deutsche Rating-Agentur von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als Rating-Agentur für die bankaufsichtliche Risikogewichtung nach der Solvabilitätsverordnung (SolvV) und  Basel II anerkannt.

Creditreform Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern ist Creditreform seit Anfang des 20. Jahrhunderts tätig. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde Creditreform jedoch durch das russische Militärgesetz jede weitere Tätigkeit untersagt und die Büros in Rostock und Schwerin wurden geschlossen. Mit der "Wende" nahm Creditreform bereits im Frühjahr 1990 die Arbeit in Rostock wieder auf. Später folgten Schwerin im Oktober 1990 und Neubrandenburg im Dezember 1990.

Mit der steigenden Mitgliederzahl – 1993 begrüßten wir den Beitritt des fünfhundertsten Mitgliedes – wuchs auch die Anzahl der Mitarbeiter kontinuierlich. 1990 noch mit fünf Mitarbeitern in Rostock und einem in Schwerin, arbeiten heute knapp sechzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Interesse von rund 2.400 Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern und einem kleinen Teil Brandenburg.

Wir bleiben auch in Zukunft unserem Motto treu: "Für Sie vor Ort"

Seit 1996 bilden wir in Rostock, Schwerin und Neubrandenburg Bürokaufleute, seit 1999 Fachinformatiker für Systemintegration und seit 2006 auch Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung aus. 2007 und 2010 erhielten wir die Auszeichnung: TOP Ausbildungsbetrieb und können auf 34 erfolgreiche Berufsabschlüsse verweisen.

Eine feste Größe nimmt die ursprünglich 1988 in Hamburg gegründete Ratsherren-Runde ein. Aktuelle wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Themen werden von kompetenten Referenten dargestellt und regen zur Diskussion mit den geladenen Gästen ein.
 
Creditreform M-V engagiert sich in vielen Bereichen des wirtschaftlichen, sportlichen und kulturellen Lebens im Land. Genannt seien hier: OZ-Existenzgründerpreis, Unternehmerpreis "Heinrich-Schliemann", Hansetour "Sonnenschein" oder die Rostocker Marathon-Nacht.

Creditreform Mecklenburg-Vorpommern bedankt sich bei allen Mitgliedern und Geschäftspartnern für das entgegengebrachte Vertrauen!



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Tel.: Rostock: 03 81 / 49 20 8-0
Schwerin: 03 85 / 7 31 36-0
Neubrandenburg: 03 95 / 55 87-400
| Fax: Rostock: 03 81 / 49 20 8-17
Schwerin: 03 85 / 7 31 36-17
Neubrandenburg: 03 95 / 55 87-444
| E-Mail: info@mv.creditreform.de